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Maklerprovision in Deutschland

Immobilienmakler/9. Juni 2019
Autor Konstantin Fadin
Höhe Maklerprovision Verkauf Deutschland

Wer in der Vergangenheit eine Wohnung oder ein Haus gekauft bzw. gemietet hat, musste mit hoher Wahrscheinlichkeit eine sogenannte Maklerprovision zahlen. Die Höhe der Maklerprovision richtet sich nach dem Preis der Immobilie – gerade beim Kauf von Häusern kann das teuer werden.

Wer die Höhe der Maklerprovision im Vorfeld bei seinen finanziellen Planungen nicht einkalkuliert hatte, wurde nicht selten von hohen Kosten überrascht.

Überprüfen Sie jetzt mit unserem Provisionsrechner, ob für Ihre Immobilie eine Maklerprovision fällig wird:

Die häufigsten Fragen lauten meist:

  • Doch wann fällt eine solche Provision überhaupt an?
  • Müssen Käufer/Mieter und Verkäufer/Vermieter gleichermaßen für die Provision aufkommen?
  • Und unterscheiden sich die Kosten in den verschiedenen Bundesländern in Deutschland?

Besonders seit Einführung des Bestellerprinzips im Jahr 2015 sind viele Fragen rund um die Maklerprovision Deutschland unklar. Unser Ratgeber gibt Ihnen einen Überblick:

  1. Wann fällt eine Provision beim Verkauf an?
  2. Wer bezahlt den Makler?
  3. Die Höhe der Provision in den einzelnen Bundesländern

Wann fällt eine Provision beim Verkauf an?

Das Bürgerliche Gesetzbuch schreibt vor, wann eine Provision für Makler fällig ist. Dort heißt es unter Paragraph 652, dass ein Makler dann ein Recht auf eine Provision hat, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:

Zunächst einmal muss ein wirksamer Vertrag mit dem Makler geschlossen worden sein. Der Makler muss nachweisen, dass er die erforderliche Leistung erbracht hat, es muss also zudem auch ein Miet- oder Kaufvertrag abgeschlossen sein, dessen Immobilie sich auf die Vermittlung durch den Makler bezieht. Dabei muss ersichtlich sein, dass der Kauf bzw. die Vermietung des Objekts nur durch die Tätigkeit des Maklers zustande gekommen ist.

Eine Provision muss außerdem nur bezahlt werden, wenn der abgeschlossene Vertrag sich im Nachhinein nicht als unwirksam herausstellt, etwa wegen eines gravierenden Mangels an der Immobilie.

Wer bezahlt den Makler?

Lange Zeit war es üblich, dass bei Vermietungen immer der Mieter den Makler bezahlen musste – unabhängig davon, ob der Vermieter den Makler eingeschaltet hat.

Seit dem Jahr 2015 gilt jedoch das sogenannte Bestellerprinzip. Das bedeutet, die Partei, die den Makler bei Vermietungen um seine Dienste bittet, muss ihn auch bezahlen. Damit hat sich die Kostenübernahme in den meisten Fällen auf den Vermieter übertragen, da diese häufiger Makler einsetzen als Mieter. Das Bestellerprinzip ist nicht unumstritten.

So beschweren sich Makler, dass weniger Wohnungen vermietet werden. Mieter beschweren sich, dass viele Wohnungen gar nicht mehr auf den Markt kommen, sondern unter der Hand vermietet werden. Manche Vermieter versuchen zudem, die Kosten für den von ihnen bestellten Makler beispielsweise über hohe Abstandszahlungen oder Servicegebühren wieder auszugleichen.

Beim Kauf von Immobilien sieht die Sachlage bundeweit unterschiedlich aus: In den Bundesländern Hamburg, Bremen, Berlin, Brandenburg und Hessen zahlt in der Regel nur der Käufer die Provision für den Makler.

In den restlichen Bundesländern werden die Kosten für die Provision auf Käufer und Verkäufer aufgeteilt. Auch beim Immobilienkauf setzen sich einige Länder dafür ein, dass die Provision nach dem Bestellerprinzip von der Partei gezahlt werden muss, die den Makler eingesetzt hat. Stand der Dinge ist jedoch, dass Verkäufer und Makler frei darüber verhandeln können, ob der Verkäufer den Makler bezahlt oder nicht. Je nach Bundesland fällt die Höhe der Provision zudem unterschiedlich aus.

Die Höhe der Provision in den einzelnen Bundesländern

Die Maklerprovision Tabelle gibt einen Überblick über die Höhe der Provision in den Bundesländern:

BundeslandHöhe der Provision
Baden-Württemberg7,14 %
Käufer und Verkäufer zahlen zu gleichen Teilen
Bayern7,14 %
Käufer und Verkäufer zahlen zu gleichen Teilen
Berlin7,14 %
Käufer zahlt die komplette Provision
Brandenburg7,14 %
Käufer zahlt die komplette Provision
Bremen5,95 %
Käufer zahlt die komplette Provision
Hamburg6,25 %
Käufer zahlt die komplette Provision
Hessen5,95 %
Käufer zahlt die komplette Provision
Mecklenburg-Vorpommern5,95 %
Verkäufer 2,38 %, Käufer 3,57 %
Niedersachsen7,14 % oder 4,76 bis 5,95 %
Verkäufer 3,57 oder 0 %,
Käufer 3,57 oder 4,76 bis 5,95 %
Nordrhein-Westfalen7,14 %
Käufer und Verkäufer zahlen zu gleichen Teilen
Rheinland-Pfalz7,14 %
Käufer und Verkäufer zahlen zu gleichen Teilen
Saarland7,14 %
Käufer und Verkäufer zahlen zu gleichen Teilen
Sachsen7,14 %
Käufer und Verkäufer zahlen zu gleichen Teilen
Sachsen-Anhalt7,14 %
Käufer und Verkäufer zahlen zu gleichen Teilen
Schleswig-Holstein7,14 %
Käufer und Verkäufer zahlen zu gleichen Teilen
Thüringen7,14 %
Käufer und Verkäufer zahlen zu gleichen Teilen

Bei allen angegebenen Werten handelt es sich um das zulässige gesetzliche Maximum der Maklerprovision inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Es ist also auch möglich, dass Sie unter Umständen darunterliegende Provisionen mit dem Makler vereinbaren oder dieser eine sogenannte Innenprovision berechnet.

Die Innenprovision ist eine nach außen nicht kommunizierte Provision, die dem Käufer suggerieren soll, provisionsfrei zu kaufen. Der Kauf findet allerdings zu einem höheren Preis, als dem von Ihnen als Verkäufer eigentlich geforderten Preis, statt, sodass zum einen Sie vom höheren Verkaufspreis und zum anderen der Makler von einer erzielten Provision profitieren.

Wie Sie sehen können, fällt in einigen Bundesländern für Sie als Verkäufer keine Maklerprovision an. Selbst wenn Maklerprovision für Ihren Verkauf fällig wird, ist es oftmals ratsam, dennoch einen Makler einzusetzen.

Was Ihnen ein Makler genau bietet, lesen Sie in unserem Ratgeber Was macht ein Immobilienmakler?.

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